Der Seitensprung: ein Beziehungs-Killer?

Es gibt wohl keine Beziehung, in der es nicht hin und wieder zu Konflikten kommt. Schließlich leben zwei Menschen auf relativ engem Raum zusammen und jeder hat seine Marotten, die den Partner im falschen Moment auf die Palme bringen. Beispielsweise wenn ein Partner seine Klamotten irgendwo hinlegt und später vergisst, sie in den Wäschekorb zu stecken. Hat der Partner selbst auch einen stressigen Tag hinter sich, bringt ihn das zur Weißglut und es kommt zwangsläufig zu einem unschönen Streit. Kleinigkeiten wie diese sind aber in aller Regel schnell wieder vergessen und stellen nicht unbedingt eine Gefährdung für die Beziehung dar. Jedoch gibt es auch regelrechte Beziehungskiller wie etwa einen Seitensprung.

 

Sexuelle Untreue ist immerhin ein Thema, das bei rund einem Drittel aller Paare immer wieder zum Streit und zu einem ernsthaften Beziehungskonflikt führt. Dieser lässt sich zwar – wie jeder andere Konflikt auch – lösen, wenn beide Partner willens dazu sind. Dies ist bei einem Seitensprung aber insofern schwieriger, weil die Untreue des Partners für den anderen oftmals einen gravierenden Vertrauensbruch darstellt, der sich nur schwer wieder kitten lässt. Denn dieses verlorene Vertrauen kann der Partner nur schwierig wieder herstellen. Erschwerend hinzukommt, dass Männer aus anderen Gründen fremdgehen als Frauen. Mitunter stecken also hinter dem Seitensprung tiefere Beziehungskonflikte, die es zu lösen gilt.

 

Was ist ein Seitensprung?

In der Umgangssprache bezeichnet man einen Seitensprung als zeitweilige sexuelle Beziehung zweier Menschen, von welchen mindestens einer in einer Beziehung lebt. Allerdings muss es nicht zwangsläufig zu einem sexuellen Akt kommen, wenn der Partner von einem Seitensprung spricht. So mancher betrachtet nämlich schon ein Flirt oder der Austausch von intimen Gedanken Untreue. Wer vermeiden möchte, dass dieses Thema zu einem ernsthaften Konflikt für die Beziehung wird, sollte mit seinem Partner besser schon im Vorfeld die Grenzen im Rahmen eines ruhigen Gespräches abstecken. Schließlich gibt es sehr wohl Menschen, die gerne flirten, ohne dass sie damit ernstere Absichten verfolgen – einfach weil sie sich dadurch in ihrem Ego bestärkt fühlen. Wissen sie jedoch, dass sich der Partner dadurch verletzt fühlt, lassen sie es in aller Regel auch.

 

Warum gehen Männer und Frauen fremd?

Warum es überhaupt zu einem Seitensprung kommt, kann eine Vielzahl an Gründen haben. Beispielsweise, dass die Beziehung ohnehin in einer Krise steckt oder sich einer der Partner in der Partnerschaft einsam fühlt. Jedoch gibt es beim Thema Seitensprung ganz klare und typische Unterschiede zwischen Mann und Frau:

 

So begehen Männer einen Seitensprung in erster Linie, weil sie sich mehr Abwechslung beim Sex wünschen. Gefühle spielen für sie dabei nicht die geringste Rolle, es geht ihnen nur um Sex, und nachher ist das Thema für sie erledigt. Frauen hingegen begehen meist einen Seitensprung, weil sie in der Beziehung unzufrieden sind und sich vernachlässigt fühlen. Frauen suchen sich das, was sie von ihrem Partner nicht bekommen, also woanders.

 

Lässt sich ein Seitensprung vermeiden?

 

In vielen Fällen lässt es sich schon im Vorfeld komplett vermeiden, dass es überhaupt zu einem Seitensprung kommt. Der Schlüssel zum Erfolg lautet dabei: Kommunikation. Die Partner sollten also über ihre Bedürfnisse und Sehnsüchte sprechen und natürlich auch darüber, was sie in der Beziehung stört. Eine langweilige Routine-Beziehung etwa lässt sich ganz einfach dadurch vermeiden, dass die Partner gelegentlich spontane Dinge gemeinsam machen – oder wenn es die Verpflichtungen nicht anders zulassen, auch planen. Sie können zum Beispiel statt des gemeinsamen Frühstücks am Küchentisch ein Picknick in der freien Natur veranstalten – idealerweise an einem Ort, mit dem beide Partner etwas Positives verbinden. Oder sie bringen Abwechslung in ihr Sexleben, indem sie Sex an außergewöhnlichen Orten wie in der Garage oder auf dem Küchentisch haben.

 

Fühlt sich einer der Partner unglücklich oder vernachlässigt, sollte auch das angesprochen werden. Auch dieses Problem lässt sich lösen, selbst wenn beide Partner beruflich so stark angespannt ist, dass sich kaum Zeit für ein Privatleben finden lässt. Sie können zum Beispiel einen Abend in der Woche ganz allein für sich ohne sonstige Verpflichtungen reservieren. Denn drei oder vier Stunden, welche die Partner intensiv und gemeinsam verbringen, bringen mehr Qualität in die Zweisamkeit als eine Beziehung, die nur zwischen Tür und Angel geführt wird.

 

Der Seitensprung ist passiert – was tun?

Handelt es sich beim Seitensprung um einen einmaligen Fehler, der passiert ist, weil die Beziehung ohnehin gerade in einer starken Schieflage ist, kann eine Beichte in ruhiger Atmosphäre der richtige Weg sein. Dann haben beide Partner auch die Gelegenheit, darüber zu sprechen, warum es zum Seitensprung gekommen ist und können gemeinsam daran arbeiten, die Beziehung wieder in die richtige Richtung zu lenken.

 

In diesem Fall kann der Seitensprung einen Weckruf darstellen, mit dem sich Beziehungskonflikte loswerden lassen, bevor sich die Krise noch weiter verschlimmert. Der Seitensprung kann also durchaus als Chance zu einem neuen Anfang betrachtet werden. Kann der Partner den Seitensprung verzeihen und wollen beide ihre gemeinsame Zukunft aufbauen, kann die Beichte und die damit verbundene Ehrlichkeit das Band zwischen den beiden Partnern sogar noch stärken. Zumindest, wenn sich beide ausreichend Zeit lassen. Denn für den betrogenen Partner bedeutet der Seitensprung einen Schock, von dem er sich erst einmal erholen muss, bevor er den Seitensprung überhaupt erst verzeihen kann.

 

In jedem Fall ist aber klar, dass der Seitensprung die Beziehung verändert. Das wiederum muss nicht bedeuten, dass der betrogene Partner nun stets misstrauisch ist. Ein Seitensprung – sofern es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt – kann die Beziehung durchaus auch positiv verändern. Schließlich hat sich gezeigt, dass das Paar gemeinsam eine Krise erfolgreich meistern kann, was die Beziehung letztlich sogar stärkt.

 

Und auch für die Zukunft können die Partner daraus lernen: Meist ist der Seitensprung ja nur passiert, weil dem Partner innerhalb der Beziehung etwas fehlt. Jeder sollte also auf sich selbst hören, um eventuelle Warnzeichen früher zu erkennen und diese natürlich auch gegenüber dem Partner ansprechen. Dann lässt sich ein künftiger Seitensprung mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch vermeiden.

 

Begeht einer der Partner dagegen trotzdem immer wieder einen Seitensprung, sollten beide besser über ein Ende der Beziehung nachdenken, weil wohl ihre Lebensmodelle nicht zueinander passen dürften. Denn der Betrogene wird durch jeden weiteren Seitensprung immer wieder nur aufs Neue verletzt.

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